Klaus Schwab, der Gründer und langjährige Leiter des Weltwirtschaftsforums (WEF), hat seinen Rücktritt vom Vorsitz bekannt gegeben. Der 88-jährige deutsche Wirtschaftswissenschaftler übergibt das Ruder nach über fünf Jahrzehnten mit sofortiger Wirkung. Readers comparing related film stories can also read Eingehende Links: Warum sie für Ihre Website wichtig sind.

Schwab gründete das WEF im Jahr 1971 und prägte es maßgeblich zu einer der einflussreichsten Plattformen für globale Zusammenarbeit. Unter seiner Führung entwickelte sich das Forum von einem kleinen Treffen europäischer Manager zu einem weltweiten Netzwerk von Politikern, Wirtschaftsführern und Expert:innen.

Die Entscheidung fiel während einer außerordentlichen Sitzung des Kuratoriums am 20. April 2025. Darin akzeptierte das Gremium Schwabs Rückzug und ernannte Peter Brabeck-Letmathe, den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, zum interimistischen Nachfolger. Brabeck-Letmathe, ehemaliger CEO von Nestlé, bringt langjährige Führungserfahrung in der internationalen Wirtschaft mit.

Eine Ära endet – ein neues Kapitel beginnt

Schwabs Rücktritt markiert das Ende einer bemerkenswerten Führungsphase. Er war nicht nur Gründer, sondern auch der treibende Kopf hinter der jährlichen Davos-Konferenz, die jahrzehntelang als zentraler Treffpunkt globaler Entscheidungsträger galt.

Trotz seines Rückzugs bleibt Schwab dem WEF verbunden. Er übernimmt die Rolle des Ehrenvorsitzenden und wird sich künftig auf strategische Themen konzentrieren. Das bedeutet, dass er weiterhin Einfluss auf die langfristige Ausrichtung des Forums nehmen kann, ohne mehr operative Verantwortung zu tragen.

Das WEF mit Hauptsitz in Genf beschäftigt weltweit rund 600 Mitarbeitende. Es bleibt verpflichtet, globale Herausforderungen durch Dialog und Zusammenarbeit zu adressieren – von Klimawandel über digitale Transformation bis hin zu sozialer Ungleichheit.

Warum der Rücktritt jetzt kommt

Der Zeitpunkt des Rücktritts fällt in eine Phase veränderter globaler Dynamiken. Das öffentliche Interesse an den Davos-Treffen hat in den letzten Jahren abgenommen. Kritiker werfen dem Forum vor, elitär und abgehoben zu sein.

Gleichzeitig gewinnen andere internationale Foren an Bedeutung. Die Münchner Sicherheitskonferenz etwa zieht zunehmend politische und militärische Entscheidungsträger an. Auch regionale Gipfeltreffen in Asien, Afrika und Lateinamerika gewinnen an Einfluss.

Diese Entwicklungen stellen das WEF vor neue Herausforderungen. Es muss sich neu erfinden, um weiterhin relevant zu bleiben. Schwabs Rückzug könnte genau diesen notwendigen Neustart einleiten.

Was bedeutet das für die Zukunft des WEF?

Die Übergabe an Peter Brabeck-Letmathe signalisiert Kontinuität, aber auch Raum für Veränderung. Als erfahrener Manager kennt er die Herausforderungen globaler Unternehmen und kann Brücken zwischen Wirtschaft und Politik schlagen.

Langfristig wird das WEF wahrscheinlich stärker auf Inklusion setzen. Das könnte bedeuten, mehr Stimmen aus Entwicklungsländern, jüngere Persönlichkeiten und zivilgesellschaftliche Akteure einzubinden.

Ein Schwerpunkt könnte auch auf praktischen Lösungen liegen statt auf reinem Austausch. Statt nur zu diskutieren, könnte das Forum künftig mehr Initiativen vorantreiben, die direkte Auswirkungen haben.

Schwabs Vermächtnis bleibt unbestritten. Er hat ein Netzwerk aufgebaut, das selten einen vergleichbaren Grad an globaler Vernetzung aufweist. Doch die Welt verändert sich schnell – und Institutionen müssen mitgehen.

Klaus Schwab bleibt präsent – in neuer Rolle

Als Ehrenvorsitzender wird Schwab weiterhin beratend tätig sein. Er kann sein umfassendes Wissen einbringen, ohne täglich im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.

Diese Position erlaubt ihm, langfristige Visionen zu entwickeln und historische Perspektiven einzubringen. Gleichzeitig entlastet sie das operative Management, das nun neu ausgerichtet werden kann.

Für viele Beobachter ist klar: Schwab hinterlässt eine Spur, die nicht einfach zu überbieten ist. Doch sein Rückzug zeigt auch, dass er Veränderung akzeptiert – und dass Institutionen wachsen müssen, um zu überdauern.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie das WEF unter neuer Führung aufgestellt ist. Die Herausforderungen sind groß, aber auch die Chancen, das Forum zu einem noch wirksameren Motor globaler Zusammenarbeit zu machen.

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Wirtschaft,

Last Update: May 17, 2026