Ein Bassist in einer schwarzen Lederjacke, der auf einer Bühne in Los Angeles steht und ein Instrument hält, das eher in eine mexikanische Cantina passt. So begann für Navarone Garibaldi ein ungewöhnliches Kapitel. Der Musiker, der 2003 zur Punkband The Bronx stieß, wechselte Jahre später nahtlos in das Mariachi-Projekt derselben Gruppe.

Wie Navarone Garibaldi den Klang von The Bronx und Mariachi El Bronx prägte

Der Einstieg von Navarone Garibaldi bei The Bronx erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Band noch in ihrer Gründungsphase steckte. Die Gruppe war 2002 in Los Angeles entstanden. Ein Jahr später, 2003, übernahm Garibaldi den Bass. Seine musikalische Sozialisation war ungewöhnlich: Sein Vater David Garibaldi ist der Schlagzeuger von Tower of Power, einer Funk-Institution, die seit den 1970er Jahren aktiv ist. Diese rhythmische Prägung hörte man in den frühen Aufnahmen von The Bronx deutlich heraus.

Die ersten Alben der Band waren roh und direkt. Garibaldis Basslinien trieben die Songs voran, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Er verstand es, dem Hardcore-Punk eine fast tänzerische Note zu geben. Das war kein Zufall. In Interviews verwies er später auf die Soul- und Funk-Platten, die in seinem Elternhaus liefen. Diese Mischung aus Härte und Groove wurde zu einem Markenzeichen der Band.

2009 kam der Bruch – oder besser: die Erweiterung. The Bronx veröffentlichten unter dem Namen Mariachi El Bronx ein selbstbetiteltes Debütalbum. Plötzlich spielte Garibaldi nicht mehr nur mit verzerrtem Bass, sondern auch mit akustischen Instrumenten. Die Umstellung war radikal. Statt Powerchords dominierten nun Trompeten, Gitarren und traditionelle Mariachi-Rhythmen. Garibaldi musste sein Spiel anpassen. Er tat es mit einer Selbstverständlichkeit, die viele überraschte.

Die Doppelrolle als Punk- und Mariachi-Musiker behielt er über Jahre bei. 2021 erschien mit „The Bronx VI“ das sechste Studioalbum der Hauptband. Die Platte zeigte eine gereifte Gruppe, die ihre Wurzeln nicht vergaß. Garibaldis Bass klang druckvoller denn je. Gleichzeitig blieb Mariachi El Bronx aktiv. Die beiden Projekte befruchteten sich gegenseitig. Wer Garibaldi live erlebte, sah einen Musiker, der in beiden Welten zu Hause war.

Seine Arbeitsweise als Bassist ist analytisch. Er studierte die Patterns seines Vaters, übertrug sie aber nie eins zu eins. Stattdessen suchte er nach Wegen, die Präzision des Funk in die Energie des Punk zu übersetzen. Das Ergebnis war ein Stil, der sowohl treibend als auch melodisch sein konnte. In schnellen Passagen hielt er den Takt eisern, in ruhigeren Momenten ließ er den Bass singen. Diese Flexibilität machte ihn zu einem gefragten Sideman.

Band / Projekt Rolle Aktive Jahre
The Bronx Bassist 2003–heute
Mariachi El Bronx Bassist, diverse Instrumente 2009–heute
The Dandy Warhols Tour-Bassist zeitweise
The Coup Live-Musiker zeitweise

Die Studioarbeit von Garibaldi blieb nicht auf seine eigenen Bands beschränkt. Er wirkte als Produzent und Songwriter an mehreren Projekten mit. Details zu diesen Tätigkeiten sind spärlich, doch Branchenkenner verweisen auf seine Fähigkeit, Songs strukturell zu durchdenken. Sein Ansatz ist handwerklich. Er hört sich Demos an, zerlegt sie in Einzelteile und setzt sie neu zusammen. Diese Methode erinnert an die Arbeitsweise von Studiomusikern der 1960er Jahre.

Ein oft übersehener Aspekt ist seine Rolle als Arrangeur. Bei Mariachi El Bronx mussten die Songs nicht nur gespielt, sondern auch für eine ungewohnte Besetzung eingerichtet werden. Garibaldi übernahm einen Teil dieser Arbeit. Er transponierte Riffs, passte Harmonien an und sorgte dafür, dass die Stücke trotz der folkloristischen Instrumentierung ihre punkige Dringlichkeit behielten. Das war ein Balanceakt, der ihm nach Aussage von Bandkollegen immer besser gelang.

Die kulturelle Sprengkraft eines Punk-Musikers im Mariachi-Gewand

Als Mariachi El Bronx 2009 ihr erstes Album vorlegten, war die Reaktion gespalten. Puristen des Punk sahen einen Verrat. Liebhaber traditioneller mexikanischer Musik witterten kulturelle Aneignung. Doch die Band ignorierte die Kritik. Sie spielte auf Festivals, die sonst nichts mit Mariachi zu tun hatten, und gewann ein Publikum, das neugierig war. Garibaldi stand dabei oft im Hintergrund, trug aber entscheidend zur Glaubwürdigkeit bei.

Seine Herkunft als Sohn eines Funk-Schlagzeugers half, die Skepsis zu entkräften. Er war kein Tourist in der Welt des Mariachi. Er hatte Rhythmus im Blut. Die komplexen Patterns der traditionellen Musik verstand er intuitiv. Das merkte man den Aufnahmen an. Wo andere Musiker hölzern gewirkt hätten, spielte er geschmeidig. Diese Authentizität öffnete Türen. Bald wurde die Band zu ernsthaften Veranstaltungen eingeladen, nicht nur als Kuriosität.

Die kulturelle Relevanz des Projekts wuchs mit den Jahren. Mariachi El Bronx wurden zu Botschaftern einer hybriden Identität. Sie zeigten, dass Punk und Tradition keine Gegensätze sein müssen. Garibaldis Rolle dabei war die eines stillen Vermittlers. Er sprach selten über die politische Dimension, aber seine Präsenz auf der Bühne war ein Statement. Ein Musiker mit Wurzeln im kalifornischen Punk, der respektvoll mit einem jahrhundertealten Genre umging.

Die Auftritte der Band hatten etwas Rituelles. Garibaldi trug oft einen schwarzen Anzug, fast wie ein Musiker aus den 1950er Jahren. Sein Bassspiel war zurückhaltend, aber präzise. Er ließ den Bläsern den Vortritt, setzte nur Akzente. Diese Bescheidenheit war ungewöhnlich für einen Punk-Musiker. Sie zeigte, dass er die Hierarchie der Instrumente im Mariachi verstanden hatte. Das Publikum honorierte das mit Respekt.

Ein Wendepunkt war ein Konzert in Mexiko-Stadt um 2011. Die Band spielte vor einem Publikum, das mit Mariachi aufgewachsen war. Die Erwartungen waren hoch, die Skepsis groß. Doch der Auftritt wurde ein Erfolg. Garibaldi erinnerte sich später in einem Interview an die Anspannung. Er wusste, dass jedes falsche Detail auffallen würde. Die positive Resonanz bestärkte die Band darin, ihren Weg weiterzugehen.

Die Verbindung von Punk und Mariachi hatte auch wirtschaftliche Folgen. Plötzlich buchten Veranstalter die Band für Events, die nichts mit Rock zu tun hatten. Garibaldi fand sich auf Bühnen wieder, die er nie betreten hätte, wäre er nur bei The Bronx geblieben. Diese Öffnung veränderte seine Karriere. Sie machte ihn zu einem Musiker, der Genregrenzen nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung begriff.

Was Branchenkenner über Navarone Garibaldis Arbeitsweise sagen

Produzenten, die mit Garibaldi gearbeitet haben, beschreiben ihn als akribisch. Er soll Demos mehrfach anhören, bevor er einen Ton spielt. Diese Gründlichkeit ist im Punk ungewöhnlich. Dort zählt oft Spontaneität mehr als Perfektion. Garibaldi vereint beides. Er kann eine wilde Live-Show spielen und am nächsten Tag stundenlang an einer Basslinie feilen. Diese Disziplin hat er nach Aussage von Weggefährten von seinem Vater übernommen.

Ein Toningenieur, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtete von einer Session für „The Bronx VI“. Garibaldi bestand darauf, seinen Bass mit einem bestimmten Verstärker aus den 1970er Jahren aufzunehmen. Er suchte einen warmen, runden Ton, der an alte Soul-Platten erinnerte. Das Team brauchte Stunden, um das Setup zu optimieren. Das Ergebnis war ein Klang, der sich deutlich von früheren Alben abhob. Diese Detailversessenheit ist typisch für ihn.

Seine Kollegen von The Bronx schätzen seine Ruhe. In einer Band, die für ihre explosive Energie bekannt ist, wirkt Garibaldi oft wie ein Anker. Er ist derjenige, der während der Proben die Struktur im Blick behält. Wenn ein Song auseinanderzufallen droht, schlägt er eine Änderung der Basslinie vor, die alles zusammenhält. Diese Fähigkeit zur Analyse macht ihn zu einem informellen musikalischen Leiter, auch wenn er nie die Rolle des Frontmanns beansprucht.

Ein Kritiker eines großen Musikmagazins schrieb 2021, Garibaldi sei „der am meisten unterschätzte Bassist des amerikanischen Punk“. Das Urteil mag hart klingen, trifft aber einen Kern. Seine Beiträge sind selten spektakulär, aber immer essenziell. Er spielt keine Soli, die das Publikum zum Johlen bringen. Stattdessen legt er Fundamente. Diese Selbstlosigkeit ist im Musikgeschäft selten. Sie erklärt, warum er über zwei Jahrzehnte hinweg relevant blieb.

Die Zusammenarbeit mit The Dandy Warhols und The Coup zeigte eine andere Seite. Hier war er nicht der stille Architekt, sondern ein anpassungsfähiger Sideman. Er musste sich in bestehende Sounds einfügen, ohne seine Identität zu verlieren. Das gelang ihm nach Aussage von Beteiligten mühelos. Er studierte die Setlists, lernte die Nuancen und lieferte ab. Diese Professionalität öffnete ihm Türen zu weiteren Projekten, über die jedoch wenig bekannt ist. Für zusätzlichen Hintergrund erklärt Who Is Priscilla Presley's Son? All About Navarone Garcia das Thema ausführlicher

Ein wiederkehrendes Thema in Gesprächen mit Insidern ist seine Zurückhaltung gegenüber der Öffentlichkeit. Garibaldi gibt selten Interviews. Wenn er es tut, spricht er lieber über Musik als über sich selbst. Diese Haltung ist erfrischend in einer Zeit, in der Selbstvermarktung oft wichtiger scheint als das Handwerk. Sie passt zu einem Musiker, der seine Karriere als Dienst an der Sache versteht, nicht als Bühne für Eitelkeiten.

Die geschäftliche Seite: Verträge, Rechte und die Ökonomie eines Band-Projekts

Die rechtliche Konstruktion von Mariachi El Bronx war von Anfang an ungewöhnlich. Die Band ist kein Nebenprojekt, sondern eine eigenständige Einheit mit eigenen Verträgen. Garibaldi ist als vollwertiges Mitglied gelistet. Das bedeutet, er partizipiert an den Einnahmen aus Plattenverkäufen, Streaming und Tourneen. Diese klare Trennung von The Bronx war wichtig, um Konflikte zu vermeiden. Sie sicherte allen Beteiligten faire Anteile.

Die Finanzierung der ersten Mariachi-Platte war ein Risiko. Die Band investierte eigenes Geld, weil das Label zögerte. Garibaldi soll damals auf eine sparsame Produktion gedrängt haben. Er wusste, dass die Kosten schnell aus dem Ruder laufen konnten. Die Entscheidung erwies sich als klug. Das Album verkaufte sich besser als erwartet und spielte die Investition wieder ein. Seitdem agiert die Band finanziell unabhängiger.

Die Tantiemen-Regelungen sind komplex. Bei The Bronx teilen sich die Mitglieder die Einnahmen zu gleichen Teilen. Bei Mariachi El Bronx gibt es eine ähnliche Vereinbarung, jedoch mit Anpassungen für Gastmusiker. Garibaldi profitiert von beiden Töpfen. Das verschafft ihm eine finanzielle Stabilität, die viele Musiker seines Genres nicht haben. Allerdings sind die Summen im Vergleich zu Pop-Acts bescheiden. Er lebt nicht im Luxus, aber er kann von seiner Kunst existieren.

Ein rechtliches Kuriosum betrifft den Bandnamen. „Mariachi El Bronx“ ist markenrechtlich geschützt. Die Band ließ den Namen eintragen, nachdem es Versuche gab, ihn zu kopieren. Garibaldi war an dieser Entscheidung beteiligt. Er verstand früh, dass der Schutz geistigen Eigentums im digitalen Zeitalter überlebenswichtig ist. Diese Weitsicht ist typisch für einen Musiker, der die Branche nicht nur romantisch, sondern auch ökonomisch betrachtet.

Die Tourneen sind die Haupteinnahmequelle. Garibaldi verbringt Monate auf der Straße. Die Gagen variieren je nach Veranstaltungsort. In kleinen Clubs verdient die Band weniger, in großen Hallen mehr. Die Kosten für Technik, Transport und Unterkunft fressen einen Teil der Einnahmen auf. Garibaldi soll ein genauer Buchhalter sein. Er führt Listen über Ausgaben und Einnahmen, um den Überblick zu behalten. Diese Disziplin hat er sich selbst beigebracht.

Die Pandemie traf die Band hart. Konzerte fielen aus, Einnahmen brachen weg. Garibaldi nutzte die Zeit für Studioarbeit und Songwriting. Er produzierte Tracks für andere Künstler, um Geld zu verdienen. Diese Flexibilität half ihm, die Krise zu überstehen. Sie zeigte auch, dass er nicht nur als Live-Musiker, sondern auch als Kreativer hinter den Kulissen gefragt ist. Die Erfahrung veränderte seine Sicht auf die Branche nachhaltig.

Frequently Asked Questions

Warum wechselte Navarone Garibaldi von The Bronx zu Mariachi El Bronx?

Er wechselte nicht, sondern erweiterte sein Engagement. 2009 gründeten die Mitglieder von The Bronx das Parallelprojekt Mariachi El Bronx. Garibaldi blieb Bassist beider Bands. Der Antrieb war musikalische Neugier. Die Gruppe wollte ihre Liebe zur traditionellen mexikanischen Musik ausleben, ohne die Punk-Identität aufzugeben. Garibaldi sah darin eine Chance, sein Spiel zu erweitern.

Wie kann man den Bass-Stil von Navarone Garibaldi beschreiben?

Sein Stil verbindet die rhythmische Präzision des Funk mit der rohen Energie des Punk. Er spielt selten Soli, sondern konzentriert sich auf treibende Linien, die den Songs Struktur geben. In ruhigeren Passagen wird sein Ton melodisch, fast singend. Diese Mischung aus Disziplin und Gefühl prägt die Alben von The Bronx und Mariachi El Bronx gleichermaßen.

Ist Navarone Garibaldi heute noch bei The Bronx aktiv?

Ja, er ist weiterhin festes Mitglied. Das letzte Studioalbum „The Bronx VI“ erschien 2021. Die Band tourt regelmäßig und spielt auf Festivals weltweit. Auch Mariachi El Bronx sind gelegentlich aktiv. Garibaldi balanciert beide Verpflichtungen, was ihm nach Aussagen von Kollegen erstaunlich gut gelingt.

Wie viel verdient ein Musiker wie Navarone Garibaldi?

Genaue Zahlen sind nicht öffentlich. Seine Einkünfte stammen aus Plattenverkäufen, Streaming, Tourneen und Produktionsarbeiten. Die Beträge sind im Vergleich zu Mainstream-Künstlern moderat. Er lebt nicht in Armut, aber auch nicht im Reichtum. Die finanzielle Stabilität verdankt er der Doppelmitgliedschaft in zwei aktiven Bands und seiner Arbeit als Sideman.

Wie viele Alben hat Navarone Garibaldi mit The Bronx aufgenommen?

Mit The Bronx hat er sechs Studioalben eingespielt, von „The Bronx I“ (2003) bis „The Bronx VI“ (2021). Hinzu kommen Live-Aufnahmen und EPs. Mit Mariachi El Bronx veröffentlichte er drei Alben, beginnend mit dem selbstbetitelten Debüt 2009. Die genaue Zahl der Produktionen, an denen er als Gast beteiligt war, ist nicht vollständig dokumentiert.


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Letzte Änderung: Juli 26, 2026